Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen,
müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.

 

 

 

 

Eines Morgens wachst Du nicht mehr auf.
Die Vögel singen, wie sie gestern sangen.
Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf.
Nur Du bist fortgegangen.
Du bist nun frei und unsere Tränen wünschen Dir Glück.

 

 

 

 

 

 

J. W. Goethe

 

Engel schnurren

Engel können als höhere Wesen,
selbstverständlich Gedanken lesen.
 Was mich nicht weiter beeindrucken kann,
auch Katzen denken einander an.

Engel, das ist nicht zu bestreiten,
sehen in andere Wirklichkeiten.
Auch das erstaunt mich nicht unsäglich,
Katzen machen das tagtäglich.

Und Engel bringen, so wird erzählt,
bisweilen Erleuchtung, sofern sie wem fehlt.
Wer öfter mit seiner Katze spricht,
braucht zum Begreifen die Engel nicht.

Engel können dank guter Nerven
bei Bedarf einen Blick in die Zukunft werfen.
Das ist für Katzen auch nicht schwer,
sie wissen vieles auch vorher.

So sicher, wie Tiger brüllen und Tauben gurren,
haben Engel vier Pfoten und schnurren.
Auch haben Katzen den Engeln etwas voraus.
Man trifft sie öfters an zu Haus.

Autor: Unbekannt

Eigentlich ist doch alles
was ein Mensch tut
menschlich
wie definiere ich dann aber
unmenschlich?
 
 
DU
 
in deinem licht |
fand meine dunkelheit ihre grenze |

in deinen worten |
fand meine seele ihr zuhause |

in deiner haut |
erfand sich meine sehnsucht neu |

in deinen augen |
fühlte ich eine neue welt |

in deiner wärme |
starb das eis meines herzens |

in deinem licht |
begann mein leben von vorn -
 

 
 
Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht aus,
hält's nicht aus mehr bei mir.
Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.
 
 
 
 

Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh' ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O, wärst du da!

 

(Johann Wolfgang von Goethe)
 
 
 
Daß du mich liebst,daß wußt ich
Ich hatte es längst entdeckt;
Doch als du mir gestanden hat es mich tief erschreckt.

Ich stieg wohl auf die Berge
Und jubelte und sang;
Ich ging ans Meer und weinte
Beim Sonnenuntergang.

Mein Herz ist wie die Sonne
So flammend anzusehn,
Und in ein Meer von Liebe
Versinkt es groß und schön.

Heinrich Heine
 
 

Nicht allein

Wenn das Leid so groß ist, versagt die Stimme.
Keine Worte können sagen,
was man sagen möchte.
Worte fliegen davon
ungehört
wie ein Windhauch.
Miteinander schweigen kann so viel mehr sagen.

Ich wünschte ich wäre eine Schulter,
eine Schulter, an die du deinen schweren Kopf legen kannst.
Ich wünschte ich wäre eine Hand,
eine Hand, die die deine hält.

Ich wünschte ich wäre eine Träne,
eine Träne, die sich mit den deinen vermischt.
Ich wünschte ich wäre lauter Luft,
Luft, die dich atmen lässt, wenn du zu ersticken glaubst.

Ich wünschte ich wäre ein Stern,
ein Stern, der dir nachts funkelt, wenn du dich allein fühlst.
Ich wünschte ich wäre die Sonne,
die Sonne, die deine Nacht erhellt, wenn sich Dunkelheit in dich senkt.

Ich wünschte ich wäre ein Regentropfen,
Regen, dem du die Stirn bietest, damit niemand sieht, dass du weinst.
Ich wünschte ich wäre der Regenbogen,
der Regenbogen, der dir seine zarten Farben durch dunkelschwere Wolken sendet.

Ich wünschte einfach,
dass du weißt
du bist nicht allein

- Monika Klemmstein


 
 
Geliebter Stern!

Sorglos träumend ohne zu fallen, lieg ich in Deinem Arm.
Du wirst mich behüten, hälst mich mit Deiner Liebe warm.

Bin liebevoll beschützt, durch Deine Nähe und Zärtlichkeit.
Wirst für immer an meiner Seite sein, bis in alle Ewigkeit.

Liebe zu Dir, läßt mein Herz heftigst schlagen, tief in mir.
All meine Gefühle und Gedanken, die widme ich nur Dir.

Mein Geliebter, innerlich kannst nur Du mich so berühr´n.
Ein Blick Deiner Augen, wird mich immer wieder verführ´n.

Bleibst dicht bei mir, auch wenn Du körperlich ganz fern.
Mit meiner Seele, sehe ich dich immer, mein geliebter Stern.
 
 
 
 
 
Beinahe

hätte ich mich verbrannt
an dir
heiß ist es mir geworden
in meinen häuten
siebenfach
den himmel gesucht
achtfach verloren
zu dünn die wolkendichte
der glückseligkeiten

beinahe

hätte ich mich vergessen
in dir
kalt ist es gewesen
in deinen herzkammern
eingeschlossen
hattest du mich
ins schloß gefallen
die tür
mit den goldenen beschlägen

beinahe

hätte ich dich verwunden
weh dir
narbende brandwunden
im achten himmel
und das salz brennt

Aloh

 
Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

 
 
Lied zur Nacht

Nun geht der Tag zu Ende,
schon schweigen die vier Wände.
Zum Schatten wird der Baum.
Lass in die Nacht uns münden
Und Herz zum Herzen finden.
Auf blassen Segeln schwimmt ein Traum.

Nun spür ich deine Nähe.
Dass dir kein Arg geschehe,
- so schlicht sei mein Gebet.
Die schwarzen Nachtgedanken,
Sie welken schon, versanken,
Von deinen Händen fortgeweht.

Nun steigt auf Silberflügeln,
Aus roten Wolkenhügeln
Der späte Abendwind.
Lass drin uns Engel schauen
Mit gläubigem Vertrauen
...Wie einst das demutvolle Kind.

 
Blasse Tage

Alle unsre blassen Tage
Türmen sich in stiller Nacht
Hoch zu einer grauen Mauer.
Stein fügt immer sich an Stein.
Aller leeren Stunden Trauer
Schließt sich in die Seele ein.

Träume kommen und zerfließen
Gleich Gespenstern, wird es Tag.
In uns bleibt das ewig zage
Fassen nach den bunten Scherben,
Und im Schatten blasser Tage
Leben wir, weil wir nicht sterben.
 

Unsere Toten sind nicht abwesend,
sondern nur unsichtbar,
Sie sehen mit ihren Augen voller Licht,
in unsere Augen voller Tränen.

 
 
 
Der Tod das ist die kühle Nacht

Der Tod das ist die kühle Nacht,
Das Leben ist der schwüle Tag.
Es dunkelt schon, mich schläfert,
Der Tag hat mich müd gemacht.

Über mein Bett erhebt sich ein Baum,
Drin singt die junge Nachtigall;
Sie singt von lauter Liebe,
Ich hör es sogar im Traum.

Heinrich Heine


 
 
Mondnacht

Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis' die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff
 
 
Trauer

Ich wandle einsam,
Mein Weg ist lang;
Zum Himmel schau ich
Hinauf so bang.

Kein Stern von oben
Blickt niederwärts,
Glanzlos der Himmel,
Dunkel mein Herz.

Mein Herz und der Himmel
Hat gleiche Not,
Sein Glanz ist erloschen,
Mein Lieb ist tot.

Peter Cornelius
 
 
Von Mensch zu Mensch

Nun, da du fort bist, scheint mir alles trübe.
Hätt ich's geahnt, ich ließe dich nicht gehn.
Was wir vermissen, scheint uns immer schön.
Woran das liegen mag - Ist das nun Liebe?

 

 

 

Es gibt Dinge,
die man nicht sagen kann,
weil es keine Worte gibt,
um sie zu sagen.
Und wenn es sie gäbe,
würde niemand
ihre Bedeutung verstehen.

Federico Garcia Lorca

Wiedergängerin

Ich hoffe auf den Untergang der Sonne
bis der letzte Strahl am Horizont versinkt.
Erhebe mich zum letzten Aufschrei.
Aus Stein geformt ist meine Gestalt,
doch kalt im Herzen bin ich nicht.

Dunkelheit soll mich umhüllen,
bis der letzte Stein abfällt.
Erwache dann aus meinem langen Schlaf.
Die Zeit zernagte meinen Körper,
doch tot bin ich deshalb noch nicht.

Ich wandle als Schatten durch eure Welt,
bis der Morgen neu erwacht.
Kehre wieder heim in mein Reich.
Wiedergängerin nennt ihr mich,
doch böse bin ich nicht.

Liane Angelico


 
 
Für Einen

Die Anderen sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: kannst ruhig schlafen,
ich steure immer wieder her.

Denn all die Stürme, die mich trafen,
sie ließen meine Segel leer.
Die anderen sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.

Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst, Liebster, ruhig schlafen.
Die Anderen...das ist Wellen-Spiel,

Du aber bist der Hafen.
 
 
Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müde geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein grosser Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf--. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille--
und hört im Herzen auf zu sein.

Rilke
 
 
 
Weil deine Augen so voll Trauer sind,
und deine Stirn so schwer von Gedanken,
lass mich dich trösten, so wie man ein Kind,
in Schlaf einsingt, wenn letzte Sterne sanken.

Die Sonne ruf ich an, das Meer, den Wind,
die ihren hellsten Sommertag zu schenken,
den schönsten Traum auf dich herabzusenken,
weil deine Nächste so voll Wolken sind.

Und wenn dein Mund ein neues Lied beginnt,
dann will ich's Meer und Wind und Sonne danken,
weil deine Augen so voll trauer sind,
und deine Stirn so schwer ist von Gedanken
.
 

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt –
durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen.
Die Katze

Komm, schöne Katze, auf mein liebend Herze,
und halte noch zurück der Pfote Krallen;
laß tauchend mich in deine Augen fallen,
worin sich mischen der Achat und Erze.

Wenn meine Finger streicheln ohne Hast,
dein Haupt und den geschmeidigsten der Rücken,
die Hände trunken vom Entzücken,
den Leib, der Ströme ausschickt, abzutasten.

Seh´ ich mein Weib im Geist! Sein Blick verzehrt
wie deiner, du so liebenswertes Tier,
gleich tief und kalt und schneidend wie ein Schwert.

Und von dem Fuß zum Haupte schwimmen ihr
in flüchtigen Häuchchen Düfte voll Gefahren,
die ihres braunen Leibes Reize sich paaren.
 
 
 
 
Wie gebrechlich das Leben ist -
täglich muss ich es neu ins Licht halten,
es beatmen,
ihm die kalten Hände wärmen.
Und doch.
Werfe ich es in die Luft dann fliegt es.

Olaf Alp

 

 

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried


Ganz still und leise, ohne ein Wort,
gingst du von deinen Lieben fort,
du hast ein gutes Herz besessen,
nun ruht es still, doch unvergessen;
es ist so schwer, es zu verstehen,
daß wir dich niemals wiedersehen.
 


Eine Stimme,
die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch,
der immer für uns da war,
lebt nicht mehr.
Was uns bleibt
sind Liebe, Dank und Erinnerung an viele schöne Stunden

 

 

 

 

 

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